Änderung der Trinkwasserverordnung in Kraft getreten

Nachdem die EU-Kommission die geänderten Anhänge II und III der EG-Trinkwasserrichtlinie im Jahr 2015 veröffentlicht hatte, waren die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, diese neuen Vorgaben in nationales Recht umzusetzen. Der DVGW hat die Änderung der Trinkwasserverordnung eng begleitet und sich mit einer Stellungnahme zum Referentenentwurf eingebracht, aus der Änderungswünsche und Anmerkungen übernommen wurden. Die überarbeitete Trinkwasserverordnung ist am 9. Januar 2018 in Kraft getreten und soll dazu dienen, die Trinkwasserqualität in Deutschland noch weiter zu verbessern.

Eine wesentliche Neuerung bildet die Einführung einer so genannten "Risikobewertungsbasierten Anpassung der Probennahmeplanung (RAP)". Diese soll Wasserversorgern mehr Flexibilität bei der Untersuchung des Trinkwassers gewähren. Wasserversorger können nun in enger Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt die vorgeschriebenen Untersuchungen des Trinkwassers an die individuellen Gegebenheiten vor Ort anpassen, um einen maximalen Erkenntnisgewinn zu erlangen und um für ihre Wasserversorgung weniger aussagekräftige Untersuchungen zu verringern. Hierfür muss der Wasserversorger eine Risikobewertung erstellen, die eine fundierte und nachvollziehbare Begründung für eine Anpassung von Untersuchungsumfang und -häufigkeit liefert.

Mit dem neuen Verbot für die Einbringung von Gegenständen oder Verfahren in das Roh- oder Trinkwasser, die nicht der Trinkwasserversorgung dienen, wird eine hygienische Verschlechterung des Trinkwassers durch z.B. die Verlegung von Breitbandkabel für schnelles Internet in Trinkwasserleitungen verhindert.

Eine weitere Neuerung ist die Verpflichtung für Untersuchungsstellen, die Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes für Legionella spec. an das zuständige Gesundheitsamt zu melden.

Quelle: Meldung DVGW e.V. vom 11.01.2018